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Es war kurz nach Mitternacht, als das Telefon in der kleinen Altbauwohnung klingelte. Kommissar Jonas Weber war eigentlich längst im Feierabend – doch irgendetwas an diesem schrillen Ton ließ ihn sofort aufspringen.

„Weber.“

Am anderen Ende nur Atem. Schwer, hektisch. Dann eine leise Stimme:
„Ich habe ihn gesehen… er kommt zurück.“

Die Verbindung brach ab.

Zehn Minuten später stand Weber vor einem verlassenen Haus am Stadtrand. Die Adresse war automatisch im System registriert worden – ein Notruf ohne vollständige Verbindung. Routine. Eigentlich.

Doch das Haus war ihm nicht fremd.

Vor genau acht Jahren war hier ein Mord geschehen. Der Täter: nie gefunden.

Die Haustür stand einen Spalt offen. Kein Licht. Nur Stille.

Weber zog seine Waffe und trat ein.

Der Flur roch nach Staub und etwas Metallischem. Blut? Vielleicht. Seine Schritte hallten leise über die alten Dielen. Dann – ein Geräusch. Oben.

 

Langsam ging er die knarrende Treppe hinauf.

Im Schlafzimmer stand ein alter Spiegel. Zerkratzt. Blind. Und davor – eine Gestalt.

„Polizei! Hände hoch!“

Die Person drehte sich langsam um.

Es war eine Frau. Blass. Verängstigt.

„Er ist hier…“, flüsterte sie.

„Wer?“

Sie zeigte auf den Spiegel.

Weber zögerte. Dann trat er näher.

Im Spiegel sah er… nichts.

Nur sich selbst.

Und plötzlich – eine Bewegung hinter ihm.

Er drehte sich um, doch da war niemand.

Als er wieder in den Spiegel blickte, gefror ihm das Blut.

Denn jetzt war dort jemand.

Ein Mann. Direkt hinter ihm.

Lächelnd.

Am nächsten Morgen fand man Kommissar Weber im Schlafzimmer des Hauses. Allein. Keine Spuren eines Kampfes.

Nur ein alter Spiegel.

Und ein Telefon, das leise klingelte.

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