Kapitel 2: Die Toten schweigen, aber die Wände reden
Die Spurensicherung fand nichts – keine Papiere, keine Handtasche, kein Handy. Aber eine Nachbarin, eine alte Frau mit Namen Frau Rückert, meinte, die Tote schon mal gesehen zu haben.
„Die war öfter bei den Leuten in Haus Nummer 17, die mit den langen Mänteln und den stillen Augen“, sagte sie mit zitternder Stimme. „Die sind nicht normal. Immer diese Gesänge nachts, und kein einziger Spiegel im ganzen Haus.“
Bundschuh und Meier tauschten einen Blick.
Haus Nummer 17 war ein unscheinbares, graues Gebäude, heruntergekommen, mit vergilbten Gardinen hinter den Fenstern. Doch im Innern war es seltsam aufgeräumt, fast steril. Als sie an der Tür klingelten, öffnete ein Mann mit kahlgeschorenem Kopf und ruhigem Lächeln. Er trug eine schwarze Robe und eine Kette mit einem alten Symbol, das keiner der Kommissare sofort zuordnen konnte.
„Wir stören ungern, aber wir ermitteln in einem Mordfall“, begann Meier.
Der Mann neigte den Kopf. „Der Tod ist nur eine Tür. Wir sind vorbereitet.“
Ich finde deinen Schreibstil klasse. Leider ist die Geschichte sehr kurz, so dass man keine Gelegenheit hat, bei den Charakteren mit zu fühlen, zu hoffen, bangen und letztlich zu resignieren, weil es unaufgeklärt bleibt. Trotzdem gefällt sie mir.