Der Elefant, der Angst vor einer Maus hatte
Hoch oben im Baumstamm klammerte sich Emil, der kleine Elefant, mit allen vier Beinen fest. Sein Herz klopfte wie verrückt. Schweißtropfen flogen durch die Luft, während er zitternd nach unten blickte.
Dort stand eine winzige Maus.
„B-b-bleib stehen!“, rief Emil mit dünner Stimme und drückte sich noch fester an den Baum. „Du bist viel zu gruselig!“
Die Maus hob erstaunt den Kopf. „Ich? Gruselig?“ Sie blinzelte und legte den Kopf schief. „Ich heiße Mino. Und ich wollte nur Hallo sagen.“
Emil schluckte. „Mäuse sind schnell. Und leise. Und… klein!“
Mino musste lachen. „Das stimmt. Aber klein heißt doch nicht gefährlich.“
Vorsichtig setzte sich die Maus ins Gras. Sie bewegte sich keinen Millimeter. „Siehst du? Ich tue dir nichts.“
Emil beobachtete sie ganz genau. Mino blieb ruhig. Freundlich. Neugierig.
Langsam hörte das Zittern auf. Emil lockerte einen Arm. Dann den nächsten.
„Weißt du“, sagte Mino leise, „ich habe manchmal Angst vor Elefanten. Ihr seid so groß.“
Emil staunte. „Echt? Vor mir?“
Mino nickte. „Aber jetzt nicht mehr.“
Da musste Emil lächeln. Er rutschte vorsichtig den Baum hinunter und stand schließlich neben der Maus.
Sie sahen sich an. Ganz nah.
„Vielleicht“, sagte Emil, „sind wir beide mutiger, als wir denken.“
Mino grinste. „Und vielleicht sind Freunde genau dafür da.“
Gemeinsam gingen sie über die sonnige Wiese. Ein kleiner Elefant und eine winzige Maus.
Und beide wussten: Mut hat nichts mit Größe zu tun.
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