Kapitel 8 – Kalte Fronten im Präsidium
Das Büro roch nach abgestandenem Kaffee und kaltem Rauch. Bundschuh hatte sich schwer in seinen Stuhl fallen lassen, während Meier auf und ab ging. Die Fotos vom Gang lagen auf dem Tisch: der Stuhl mit den Handschellenresten, die eingeritzten Striche, der Schuh mit den Initialen.
„Das war kein Zufallsfund“, sagte Meier. „Jemand wollte, dass wir genau dort hingehen.“
Bundschuh nickte. „Und jemand sorgt dafür, dass diese Spuren nicht verschwinden. Die Schweißnähte an der Tür waren frisch – als ob jemand kurz vor uns dort unten war.“
Die Tür öffnete sich, Hauptkommissar Reiner Döring trat ein. Grauhaarig, schwer gebaut, ein Relikt aus einer anderen Zeit. Er war in den 90ern schon bei der Kripo gewesen.
„Ihr habt nach mir verlangt?“ Seine Stimme klang brummig, aber auch vorsichtig.
Bundschuh schob ihm die Fotos hin. „Kennst du die Versorgungsgänge unter der Oberbaumbrücke?“
Döring warf einen Blick darauf, sein Gesicht blieb regungslos. „Ja. Früher wurden da Kabel und Leitungen durchgezogen. Einige der Gänge führten bis zu alten Speicherhäusern an der Spree. In den 90ern war das unser Albtraum – Schmuggler, Junkies, verlorene Seelen. Aber offiziell …“ Er machte eine Pause. „Offiziell haben wir das nie dokumentiert.“
Meier verschränkte die Arme. „Und warum nicht?“
Döring sah sie ernst an. „Weil damals Leute aus unseren eigenen Reihen mitverdient haben. Schutzgelder, Deals, verschwundene Beweise. Voss war einer davon.“
Bundschuhs Blick verfinsterte sich. „Sag’s offen, Reiner. Voss war korrupt.“
„Vielleicht.“ Döring zuckte mit den Schultern. „Oder vielleicht hat er einfach zu viel gewusst. Manche behaupten, er habe versucht, Beweise gegen Kollegen zu sammeln. Und dann war er plötzlich weg.“
Meier starrte ihn an. „Und jetzt taucht er wieder auf – tot.“
Döring beugte sich vor, seine Stimme wurde leiser. „Passt auf, worin ihr da grabt. Manche von denen, die damals ihre Finger im Spiel hatten, sitzen heute immer noch auf wichtigen Posten. Wenn ihr weiterbohrt, werdet ihr nicht nur Antworten finden. Sondern auch Feinde.“
Bundschuh lehnte sich zurück, die Zigarette zwischen den Fingern. „Die haben wir längst, Reiner.“
Für einen Moment hing Stille im Raum. Dann legte Döring die Fotos zurück auf den Tisch. „Dann habt ihr jetzt ein Problem. Denn Voss war nicht der Einzige, der 1994 verschwunden ist.“
Kapitel 9 – Das zweite Verschwinden
„Nicht der Einzige?“ Meier richtete sich auf, die Stirn in Falten gelegt. „Wen meinst du?“
Döring schob die Fotos zur Seite und verschränkte die Arme. „1994 verschwanden zwei Leute fast zeitgleich. Voss, euer Polizist … und ein junger Mann aus Kreuzberg. Name: Marko Lehmann. Damals 22 Jahre alt, Gelegenheitsarbeiter, kein Vorstrafenregister. Einfach weg – keine Leiche, keine Spur.“
Bundschuh runzelte die Stirn. „Was hatte der mit Voss zu tun?“
„Offiziell gar nichts.“ Döring zündete sich eine Zigarette an, obwohl es längst verboten war. „Inoffiziell … Gerüchte. Lehmann arbeitete als Kurier. Manche sagen, er habe für Voss Drecksarbeit erledigt. Andere behaupten, er sei ein Spitzel gewesen – für wen auch immer.“
Meier blätterte hastig in den alten Akten. „Hier. Vermisstmeldung: Juli 1994. Die Familie hat ihn noch Jahre gesucht.“ Sie stockte, während sie weiterlas. „Der Vater behauptete, sein Sohn sei von Polizisten zuletzt gesehen worden.“
Bundschuhs Gesicht wurde härter. „Und das habt ihr einfach … ignoriert?“
Döring wich seinem Blick nicht aus. „Wir hatten damals andere Prioritäten. Es war die Zeit der Umbrüche, des Chaos. Alles wurde unter den Teppich gekehrt, was nicht ins Bild passte.“
Meier legte die Akte auf den Tisch. „Vielleicht ist das die Verbindung. Zwei Männer verschwinden 1994. Der eine taucht dreißig Jahre später tot auf. Und der andere?“
Döring sah sie ernst an. „Von Lehmann hat man nie wieder etwas gehört.“
Bundschuh griff nach den Fotos vom Gang unter der Brücke. Die eingeritzten Striche, der Schuh, die Zahl. „Vielleicht haben wir gerade seinen Kerker gefunden.“
Meier nickte langsam. „Und wenn Voss dort unten gefangen war … dann vielleicht auch Lehmann.“
Döring sog tief an der Zigarette, blies den Rauch zur Decke. „Dann stellt euch besser auf etwas ein: Wenn ihr den zweiten Mann findet, lebt er entweder schon lange nicht mehr … oder er ist nicht mehr derselbe.“
Kapitel 10 – Die Spur zu Marko Lehmann
Die Adresse führte sie in einen unscheinbaren Plattenbau in Neukölln. Der Regen hatte die Fassaden dunkel gefärbt, das Neonlicht des Eingangsflurs flackerte. Im dritten Stock öffnete eine Frau die Tür – Mitte fünfzig, schlanke Gestalt, das Gesicht von Sorgenfalten gezeichnet.
„Frau Lehmann?“ fragte Meier sanft.
Die Frau nickte zögerlich. „Ja … Sie kommen wegen Marko.“ Es klang nicht wie eine Frage, sondern wie eine bittere Feststellung.
Sie ließ die beiden hinein. Die Wohnung war klein, aber ordentlich. An den Wänden hingen alte Fotos: eine Familie in den 80ern, ein lachender junger Mann mit dunklen Locken – Marko.
Frau Lehmann stellte Tee auf den Tisch, ihre Hände zitterten. „Dreißig Jahre lang hat sich niemand mehr für ihn interessiert. Und jetzt stehen Sie hier.“
Bundschuh senkte den Blick. „Wir haben Grund zu der Annahme, dass sein Verschwinden mit einem aktuellen Fall zusammenhängt.“
Die Frau schloss die Augen, als müsse sie Kraft sammeln. „Marko war kein Krimineller. Er hatte Träume, wollte Mechaniker werden. Aber dann … dann kam dieser Polizist.“
Meier spitzte die Ohren. „Welcher Polizist?“
„Dieter Voss.“ Die Frau spuckte den Namen beinahe aus. „Marko sagte damals, er habe einen Nebenjob gefunden. Kleine Botengänge, nicht illegal, meinte er. Aber ich sah, dass er Angst hatte. Er erzählte, dass Voss ihn unter Druck setzte. Und eines Abends … kam er nicht mehr nach Hause.“
Sie griff nach einem Foto – Marko, lachend auf einem Fahrrad. „Ich habe alles versucht. Anzeigen, Gespräche mit der Polizei. Aber niemand hörte mir zu. Eher schien es, als wolle man den Fall vergessen.“
Bundschuh warf Meier einen Blick zu. „Das passt zu dem, was wir erfahren haben.“
Frau Lehmanns Augen füllten sich mit Tränen. „Bitte … wenn Sie wirklich etwas herausfinden, dann sagen Sie mir die Wahrheit. Auch wenn es weh tut. Dreißig Jahre sind genug.“
Meier legte ihr sanft die Hand auf den Arm. „Das verspreche ich Ihnen.“
Als sie die Wohnung verließen, blieb Bundschuh einen Moment im Treppenhaus stehen, zündete sich eine Zigarette an und starrte ins Leere.
„Also haben wir’s schwarz auf weiß“, murmelte er. „Voss und Lehmann waren verbunden. Und beide verschwanden 1994.“
Meier nickte. „Und nur einer von ihnen ist zurückgekehrt – als Leiche.“
Bundschuh blies Rauch aus, die Stirn in Falten gelegt. „Dann sollten wir uns fragen: Wer hat entschieden, dass Voss nach all den Jahren sterben musste? Und was ist mit Marko Lehmann geschehen?“
Kapitel 11 – Die alte Werkstatt
Die Spur führte sie in eine Seitenstraße in Kreuzberg. Zwischen hippen Cafés und neuen Boutiquen stand eine unscheinbare Werkstatt, deren Fassade noch den Charme der frühen 90er trug. Das Schild über der Tür war verblasst, die Fenster von Staub und Öl geschwärzt.
Bundschuh drückte die Tür auf, eine Glocke bimmelte. Der Geruch nach Motoröl und altem Metall schlug ihnen entgegen. Hinter einer Werkbank stand ein Mann, graues Haar, ölverschmierte Hände, Anfang siebzig.
„Können wir helfen?“ fragte er, misstrauisch die beiden Blicke musternd.
„Kriminalpolizei“, stellte sich Meier vor. „Wir suchen Informationen zu einem ehemaligen Mitarbeiter – Marko Lehmann. Vor dreißig Jahren.“
Der Alte legte den Schraubenschlüssel zur Seite, wischte sich die Hände an einem Tuch ab. Ein Schatten huschte über sein Gesicht. „Marko … ja, den erinnere ich mich. Guter Junge. Zuverlässig. Immer mit einem Lächeln. Und dann war er plötzlich weg.“
Bundschuh trat näher. „Haben Sie damals etwas Auffälliges bemerkt?“
Der Mann nickte langsam. „Er war in den letzten Wochen … verändert. Nervös. Als ob er ständig über die Schulter schauen würde. Einmal kam er mit einem blauen Auge zur Arbeit. Sagte, er sei gestolpert. Aber das war gelogen, das wusste ich.“
Meier zog ein Notizbuch. „Hat er Ihnen erzählt, mit wem er sich traf?“
„Mit einem Polizisten“, sagte der Alte schließlich. „Ich hab die Uniform gesehen. Dachte erst, es sei was Gutes – dass er vielleicht einen Nebenjob gefunden hatte. Aber später hörte ich von anderen, dass dieser Bulle nicht sauber war. Dieter Voss hieß er.“
Bundschuh und Meier tauschten einen kurzen Blick.
„Und dann?“, hakte Bundschuh nach.
Der Werkstattbesitzer zögerte, dann holte er aus einer Schublade einen kleinen Karton hervor. „Das hier hab ich behalten. Markos Sachen, die er hier liegen ließ.“
Im Karton lag ein altes Notizbuch, abgegriffen, die Seiten vergilbt. Auf der ersten Seite stand Markos Name – darunter eine Zahl, immer wieder hingekritzelt, bis das Papier fast durchgedrückt war: 1994.
„Er schrieb ständig diese Zahl“, murmelte der Alte. „Ich fragte ihn, was das bedeuten soll. Er sagte nur: ‚Das Jahr, das nie endet.‘ Und dann war er verschwunden.“
Bundschuhs Kiefer spannte sich an. „Das Jahr, das nie endet …“
Meier schloss vorsichtig das Notizbuch. „Dann hat Marko vielleicht mehr gewusst, als er zeigen durfte. Und irgendjemand hat dafür gesorgt, dass 1994 nie abgeschlossen wurde.“
Kapitel 12 – Ein alter Freund
Die Adresse führte sie in eine Hinterhofwohnung in Friedrichshain. Die Klingel war verblasst, der Name kaum noch lesbar: Schulze. Als die Tür aufging, stand ein Mann Mitte fünfzig vor ihnen, mit eingefallenen Wangen, grauen Stoppeln im Gesicht und einer Flasche Bier in der Hand.
„Herr Schulze?“ fragte Bundschuh.
„Ja … wer will’s wissen?“ Seine Stimme klang heiser.
Meier zückte ihre Dienstmarke. „Kriminalpolizei. Wir wollen mit Ihnen über Marko Lehmann sprechen.“
Der Mann blinzelte, dann lachte trocken. „Marko? Den Namen hab ich seit Jahren nicht mehr gehört.“ Er ließ sie eintreten, die Wohnung roch nach kaltem Rauch und billigem Alkohol.
Sie setzten sich an einen kleinen Tisch, der voller leerer Gläser stand. Schulze nahm einen Schluck aus der Flasche und seufzte. „Marko war mein Kumpel. Wir sind zusammen groß geworden, haben hier in den Straßen abgehangen. Aber irgendwann … geriet er in Kreise, die uns über den Kopf wuchsen.“
„Welche Kreise?“ fragte Meier.
Schulze sah sie an, seine Augen rotgerändert. „Polizei. Oder besser gesagt: ein Polizist. Dieser Voss. Marko sagte, er sei ein ‚Kontaktmann‘, einer, der ihm Jobs verschaffen könnte. Aber nach einer Weile merkte ich, dass Voss ihn benutzte. Botengänge, Treffen mit irgendwelchen Typen, Umschläge, die Marko abgeben musste. Ich sagte ihm, er solle raus da. Aber er meinte, das ginge nicht mehr.“
Bundschuh beugte sich vor. „Warum nicht?“
Schulze schluckte. „Weil Voss ihn bedrohte. Er sagte, wenn Marko nicht mitmacht, würde er seine Familie reinziehen. Und dann …“ Er verstummte, starrte in sein Glas. „Dann war Marko weg. Einfach weg. Ich hab nie wieder was von ihm gehört.“
Meier zückte ein Foto von Dieter Voss, das sie aus den alten Akten kopiert hatte. „War das der Mann?“
Schulze nickte heftig. „Genau der. Eiskalt. Ich schwöre, er hat Marko in irgendwas reingezogen, was zu groß war. Und ich schwöre, er wusste, wie man Leute zum Schweigen bringt.“
Bundschuh lehnte sich zurück, seine Stimme war rau. „Und jetzt ist Voss selbst tot.“
Schulze blinzelte überrascht. „Tot? … Dann ist es endlich soweit.“ Er lachte bitter. „Vielleicht holen sie sich jetzt die Nächsten.“
„Wer sind ‚sie‘?“ fragte Meier scharf.
Doch Schulze schüttelte nur den Kopf. „Leute, die mächtiger sind, als Sie beide glauben. Wenn Voss gefallen ist, dann war er nur ein kleiner Teil davon. Und Marko …“ Seine Stimme brach. „Marko war nie mehr als ein Bauer in ihrem Spiel.“
Kapitel 13 – Die Notizen
Spät in der Nacht saßen Bundschuh und Meier im Büro, das Licht der Schreibtischlampen spiegelte sich in den Fenstern. Vor ihnen lag Marko Lehmanns abgegriffenes Notizbuch.
Meier blätterte vorsichtig durch die Seiten. Die meisten waren vollgekritzelt mit Zahlen, Strichen und dem immer gleichen Schriftzug: 1994. Doch zwischen den wirren Wiederholungen stachen einzelne Wörter hervor – wie Inseln in einem Meer von Ziffern.
„Hier“, murmelte sie. „‚Turm‘ … ‚Schlüssel‘ … ‚Spree 12‘.“
Bundschuh beugte sich vor. „Spree 12 … das ist eine alte Adresse. Ein Speicherhaus am Wasser, leerstehend seit Jahrzehnten. Wurde nie wirklich saniert, weil die Eigentumsverhältnisse unklar sind.“
Meier schrieb es sich auf. „Und ‚Turm‘?“
„Vielleicht ein Hinweis auf die Bauweise. Viele Speicherhäuser hatten alte Türme, für Krananlagen oder Aufzüge.“
Sie blätterten weiter. Auf einer hinteren Seite war eine einfache Skizze, fast schon kindlich: ein Viereck mit einem Kreuz in der Mitte. Darunter wieder: 1994.
Bundschuh rieb sich das Kinn. „Das sieht aus wie ein Grundriss. Vielleicht von einem Raum dort.“
Meier schloss das Notizbuch langsam. „Dann haben wir unser nächstes Ziel.“
In diesem Moment klopfte es an der Tür. Ein Kollege vom Nachtdienst steckte den Kopf herein. „Die Ergebnisse vom Labor sind da. Von der Metalltür unter der Brücke.“
„Und?“ fragte Bundschuh.
Der Kollege hielt ein Blatt hoch. „Auf den Schweißnähten haben wir Fingerabdrücke gefunden. Frisch. Und sie gehören keinem Unbekannten.“
Meier zog die Stirn kraus. „Wem dann?“
„Ein Kollege aus den eigenen Reihen“, sagte der Mann leise. „Name: Hauptkommissar Reiner Döring.“
Für einen Moment herrschte absolute Stille.
Bundschuhs Gesicht blieb wie versteinert, nur seine Zigarette glühte auf. „Verdammt“, murmelte er. „Dann stecken wir tiefer in diesem Sumpf, als ich dachte.“
Kapitel 14 – Konfrontation
Der Flur des Präsidiums war still, nur das Summen der Neonröhren hallte nach. Bundschuh und Meier standen vor der Tür von Hauptkommissar Döring.
„Bereit?“ fragte Meier leise.
Bundschuh nickte knapp und klopfte.
„Herein.“
Döring saß hinter seinem Schreibtisch, die Jacke über die Lehne gehängt, eine dampfende Tasse Kaffee vor sich. Er wirkte entspannt – zu entspannt.
„Thomas, Jana. Was führt euch noch so spät her?“ Seine Stimme war schwer, aber beinahe jovial.
Bundschuh legte ein Blatt Papier auf den Tisch. „Das Labor hat Fingerabdrücke gesichert. An der frisch verschweißten Tür unter der Oberbaumbrücke.“
Döring sah auf die Zeilen, dann zurück zu Bundschuh. Keine Spur von Überraschung. „Und?“
„Es sind deine, Reiner.“
Einen Moment lang war der Raum still. Nur das Ticken der Uhr an der Wand füllte die Luft.
Döring nahm einen Schluck Kaffee, stellte die Tasse langsam ab. „Ihr solltet vorsichtig sein, wie ihr solche Dinge interpretiert.“
Meier funkelte ihn an. „Interpretieren? Deine Abdrücke waren am Tatort. Du hast dort gearbeitet – oder etwas versteckt.“
Döring lächelte müde, aber es wirkte mehr wie ein Zucken. „Manchmal ist es besser, alte Türen geschlossen zu halten. Ihr habt keine Ahnung, was ihr da aufreißt.“
Bundschuh trat näher, seine Stimme dunkel. „Dann erklär’s uns. Was wolltest du unter der Brücke?“
Döring sah ihn schweigend an, als würde er abwägen. Dann beugte er sich vor, die Stimme leise, fast ein Flüstern: „Ihr glaubt wirklich, Voss war der einzige, der schuldig war? Er war ein kleiner Spieler. Es gab andere. Höhere. Und Marko … Marko war der Schlüssel. Deshalb durfte er nicht verschwinden. Nicht wirklich.“
Meier spürte, wie ihr Herz schneller schlug. „Wo ist er, Döring?“
Doch Döring lehnte sich zurück, sein Blick hart. „Ihr wollt Antworten? Dann geht zu Spree 12. Aber ich warne euch: Wenn ihr dort hingeht, gibt es kein Zurück.“
Bundschuh ballte die Fäuste, wollte weiter nachhaken, doch Döring stand abrupt auf. „Das Gespräch ist hier beendet.“
Er öffnete die Tür, bat sie nach draußen.
Draußen im Flur sah Meier Bundschuh an. „Er weiß mehr. Viel mehr.“
Bundschuh nickte düster. „Und wir wissen jetzt, dass Spree 12 kein toter Ort ist. Sondern der nächste Schritt.“
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