Kapitel 1: Der anonyme Anruf
Es war ein grauer Nachmittag in Hamburg, als Kriminalkommissarin Manja Ahrens einen anonymen Anruf erhielt. Die Stimme am anderen Ende klang nervös und hastig.
„Wenn Sie die Wahrheit herausfinden wollen, fahren Sie zur alten Lagerhalle im Hafenviertel.“
Bevor Manja weitere Fragen stellen konnte, wurde die Verbindung getrennt.
Wenig später stand sie allein in der verlassenen Lagerhalle. Zwischen rostigen Stahlträgern und zerbrochenen Fenstern hallten ihre Schritte über den feuchten Betonboden. Mit wachsamer Miene suchte sie nach der Person, die sie hierhergelockt hatte.
Doch die Halle wirkte zunächst vollkommen verlassen.
Kapitel 2: Der Fund
Während Manja die weitläufige Halle durchquerte, entdeckte sie plötzlich etwas auf dem Boden.
Ein Mann lag regungslos zwischen den Schatten der alten Industrieanlage.
Sofort näherte sie sich vorsichtig. Der Mann war bereits tot. Es gab keine Lebenszeichen mehr.
Manja erkannte ihn nicht auf Anhieb, doch sein Gesicht kam ihr irgendwie bekannt vor. Neben dem Körper fanden sich keine offensichtlichen Hinweise auf den Täter.
Der anonyme Anruf hatte sie direkt zu einem Mord geführt.
Kapitel 3: Der Notruf
Manja ging neben dem Toten in die Hocke und überprüfte routinemäßig die Situation.
Dann zog sie ihr Handy hervor.
„Ahrens hier. Ich brauche sofort die Spurensicherung in der alten Lagerhalle am Hafen. Wir haben einen Toten.“
Während sie telefonierte, ließ sie den Blick durch die Halle schweifen. Irgendjemand hatte gewusst, dass der Mann hier lag.
Die Frage war nur: Wer?
Kapitel 4: Übergabe des Tatorts
Wenige Zeit später trafen die Kollegen der Kriminaltechnik ein.
Manja schilderte den bisherigen Ablauf und zeigte den Fundort. Die Ermittler in ihren weißen Schutzanzügen begannen sofort mit der Spurensicherung, fotografierten den Tatort und untersuchten den leblosen Mann.
Bei dem Opfer handelte es sich um Thomas Berger, einen 52-jährigen Mechaniker aus Hamburg.
Nachdem alle Informationen aufgenommen waren, überließ Manja den Tatort den Spezialisten.
Für sie begann nun die eigentliche Ermittlungsarbeit.
Kapitel 5: Die Akte
Zurück im Polizeipräsidium saß Manja an ihrem Schreibtisch und studierte die Kriminalakte von Thomas Berger.
Die Unterlagen zeigten, dass Berger seit vielen Jahren in einer Auto-Werkstatt gearbeitet hatte. Außerdem gab es Hinweise auf finanzielle Schwierigkeiten.
Besonders aufmerksam wurde sie jedoch bei einem Eintrag aus den letzten Wochen.
Berger hatte mehrfach angegeben, Angst vor einer bestimmten Person zu haben.
Ein Name fehlte jedoch.
Irgendjemand hatte ihn offenbar eingeschüchtert.
Kapitel 6: Der Werkstattchef
Am nächsten Morgen besuchte Manja die Werkstatt, in der Thomas Berger gearbeitet hatte.
Der ältere Werkstattchef wirkte erschüttert über den Tod seines Mitarbeiters.
„Thomas war ein guter Mann“, sagte er. „Aber in letzter Zeit war er ständig nervös.“
„Hat er erwähnt, warum?“, fragte Manja.
Der Werkstattchef nickte langsam.
„Vor etwa einem Monat kam ein schwarz gekleideter Mann vorbei. Danach war Thomas wie ausgewechselt. Er wollte mir nicht sagen, worum es ging.“
Diese Aussage war der erste konkrete Hinweis.
Kapitel 7: Das Wohnzimmer
Zusammen mit ihrem Kollegen Holger Paulsen durchsuchte Manja anschließend die Wohnung des Opfers.
Das Wohnzimmer wirkte ordentlich, doch auf dem Couchtisch entdeckten sie mehrere verstreute Unterlagen.
Zwischen den Papieren fanden sie schließlich ein Foto.
Darauf war Thomas Berger am Hamburger Hafen zu sehen – gemeinsam mit einem unbekannten Mann.
Noch wichtiger war jedoch die Rückseite des Fotos.
Dort stand handschriftlich:
„Wenn mir etwas passiert, sucht ihn am Containerterminal 7.“
Manja und Holger sahen sich an.
Endlich hatten sie eine Spur.
Kapitel 8: Auf dem Weg zum Hafen
Die beiden Kommissare stiegen in ihren silbernen Dienstwagen.
Während Holger durch die Straßen Hamburgs fuhr, blickte Manja nachdenklich aus dem Fenster.
„Glaubst du, wir finden ihn dort?“, fragte Holger.
„Wenn Berger diesen Hinweis hinterlassen hat, dann wusste er, dass er in Gefahr ist“, antwortete Manja.
Der Regen trommelte gegen die Scheiben.
Je näher sie dem Hafen kamen, desto mehr verdichtete sich ihr Verdacht, dass sie kurz vor der Lösung des Falls standen.
Kapitel 9: Die Festnahme
Als Manja und Holger am Hamburger Hafen ankamen, bot sich ihnen ein unerwartetes Bild.
Zwei uniformierte Polizeibeamte hatten bereits eine schwarz gekleidete Person gestellt und festgenommen.
Offenbar hatte eine Streife den Verdächtigen kontrolliert, nachdem dieser sich auffällig verhalten hatte.
Manja und Holger eilten hinzu.
Bei der Durchsuchung fanden die Beamten mehrere Dokumente, die direkt mit Thomas Berger in Verbindung standen.
Der Festgenommene war ein ehemaliger Geschäftspartner des Opfers. Berger hatte herausgefunden, dass dieser über Jahre hinweg gestohlene Fahrzeugteile über den Hafen ins Ausland schmuggelte.
Als Berger gedroht hatte, zur Polizei zu gehen, wurde er zum Schweigen gebracht.
Dank des anonymen Anrufers, des versteckten Hinweises in der Wohnung und der schnellen Ermittlungen von Manja Ahrens und Holger Paulsen konnte der Fall schließlich aufgeklärt werden.
Während die Handschellen klickten und die Polizeifahrzeuge den Verdächtigen abtransportierten, wusste Manja, dass sie den Mörder von Thomas Berger gefunden hatten.
Der Fall war gelöst. Doch die Frage, wer den anonymen Anruf getätigt hatte, blieb bis heute ein ungelöstes Geheimnis.
